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Vier Stile, eine Stadt
Klassisch, Blaue Stunde, Tiefdruck und Botanisch: was die vier Stile auf dem Blatt verändern, von Papier und Tinte bis zu den gezeichneten Ebenen.
Dieselbe Stadt, derselbe Ausschnitt, und trotzdem vier verschiedene Blätter. Ein Stil legt fest, auf welchem Papier gezeichnet wird, mit welcher Tinte und welche Ebenen der Karte überhaupt auf das Blatt kommen. Dieser Beitrag zeigt, was jeder der vier Stile genau macht.
Klassisch
Naturweißes Papier, schwarze Tinte. Gezeichnet werden Hauptstraßen, Nebenstraßen, Wasser und Grünflächen. Das Wasser bekommt als einzige Ebene eine eigene Farbe: Preußischblau. Flüsse und Seeufer erscheinen als blaue Linien, ohne Schraffur.
Klassisch ist der Stil, der am meisten nach Stadtplan aussieht. Die meisten Stadteditionen sind so gezeichnet, darunter die Stadtedition München.
Blaue Stunde
Naturweißes Papier, alle Linien in Indigo. Die Ebenen sind dieselben wie bei Klassisch, aber das Wasser wird schraffiert: parallele Linien im Abstand von 1,2 Millimetern, im Winkel von 45 Grad. Dadurch tritt das Wasser als Fläche hervor, obwohl der Stift keine Fläche füllen kann.
Der Stil passt zu Städten, die vom Wasser leben. Die Stadtedition Hamburg ist so gezeichnet: Elbe, Binnen- und Außenalster werden zur dichtesten Partie des Blattes.
Tiefdruck
Anthrazitfarbenes Papier, weiße Tinte. Tiefdruck zeichnet nur zwei Ebenen: Hauptstraßen und Wasser. Nebenstraßen und Parks fallen weg.
Das ergibt das ruhigste Blatt der vier. Was übrig bleibt, ist das Gerüst einer Stadt: die großen Achsen, die Ringe, der Fluss. Weil weniger Linien gezogen werden, ist eine Karte im Stil Tiefdruck auch am schnellsten fertig.
Botanisch
Naturweißes Papier, schwarze Tinte für die Straßen, Moosgrün für Parks, Preußischblau für Wasser. Grünflächen werden mit 1,2 Millimetern Abstand schraffiert, Wasser noch dichter, so dass es fast wie eine Fläche wirkt.
Botanisch ist der farbigste Stil und der mit dem längsten Tintenweg. Er lohnt sich dort, wo eine Stadt viel Grün hat: ein großer Park, ein Flussufer mit Auen, ein Friedhof mit alten Bäumen.
Feinjustierung
Wer im Gestalter weiter gehen möchte, kann Papier und Tinte getrennt wählen: Naturweiß, Reinweiß oder Sand als Papier, Schwarz, Sepia oder Indigo als Tinte. Auf Wunsch kommen Gebäude als eigene Ebene hinzu, gezeichnet mit 0,2 Millimetern, dem feinsten Stift.
Welcher Stil zu welcher Stadt passt
Eine Faustregel: Je mehr Wasser im Ausschnitt liegt, desto eher lohnt sich Blaue Stunde. Je dichter das Straßennetz, desto eher Tiefdruck, weil die Nebenstraßen wegfallen und das Blatt nicht grau wird. Und je mehr Parks, desto eher Botanisch.
Am Ende entscheidet aber das Auge. Der Gestalter zeigt jeden Stil sofort in der Vorschau, gezeichnet vom selben Programm, das später die Linien für den Plotter erzeugt. Wie Ebenen, Stifte und Schraffuren zusammenspielen, steht auf der Seite Methode.